Nationalpark – Ministerin ohne Konkretes

Als Sprecher der FDP-Fraktion im Kreistag Aschaffenburg hatte ich am 10.2.2017 am Gespräch mit Frau Scharf teilgenommen. Hier mein Eindruck: 

Der Kreis der Teilnehmer war nicht ganz nachvollziehbar: es fehlten Vertreter von Gemeinden, die unmittelbar betroffen sein werden (jedenfalls nach aktueller Karte), andererseits sind Teilnehmer aus dem Stadt Aschaffenburg nur höchstens mittelbar betroffen.

In dem Gespräch selbst hatte ich mir doch einige Details erhofft, um endlich eine Entscheidungsgrundlage zu haben. Tatsächlich aber wurden zwar zahlreiche Punkte angesprochen, aber belastbare Antworten gab es kaum. Man konnte zwar den Eindruck gewinnen, daß manche Frage, die im Vorfeld hochgespielt worden war, durchaus lösbar sein kann, andererseits ist doch eine Übertragung von Lösungen aus anderen Nationalparks nicht möglich; dies gilt insbesondere für das Thema Holzrechte. Aber auch inhaltliche Fragen blieben offen, etwa ob nun die Eiche oder die Buche langfristig „gewinnen“ würde; hier widersprachen sich die Experten.

Grundsätzlich war besonders die Frage nach dem Warum offen geblieben. Denn ein Nationalpark soll – inhaltlich laut Gesetz – etwas Vorhandenes bewahren. Hier aber sind sich alle einig, daß sich bei Einrichtung eines Nationalparks der Wald sich völlig verändern würde, so daß er schon in wenigen Jahrzehnten nicht mehr dem heutigen Bild entspräche.

Mein persönliches Fazit: Alle wesentlichen Fragen weiterhin offen. Und vor allem: Warum brauchen wir einen Nationalpark?

Die Veranstaltung hat jedenfalls nicht zur Beruhigung und Versachlichung beigetragen. Wobei sich manche Politiker unterschiedlicher Couleur in Bezug auf die Emotionalisierung der Debatte auch an die eigene Nase fassen müssen.

Helmut Kaltenhauser


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