Standort für Kinderkrippe in Kleinostheim sorgt für Aufregung (Dieter Josten)

Wegen wachsender Kinderzahlen reicht die noch relativ neue Kinderkrippe nicht mehr aus und es muss eine weitere Krippe gebaut werden. Die Gemeinde machte es sich nicht einfach, sondern nannte den Fraktionen zwölf Standorte mit der Bitte, die Vor- und Nachteile der einzelnen Standorte zu benennen. Auch die FDP Kleinostheim beriet sich auf ihrem monatlichen politischen Stammtisch zu diesem Thema. Die eingegangenen Antworten der Fraktionen wurden von der Verwaltung zusammengefasst und erneut den Fraktionen zur Beratung übergeben. In der folgenden Gemeinderatssitzung favorisierte die CSU einen Standort direkt neben der bisherigen Krippe, SPD und Freie Wähler waren für einen Platz neben der Brentanoschule. Dem schloss ich mich an, nachdem der FDP-Vorschlag keine Chance auf Realisierung hatte. Dummerweise begingen wir den Fehler, noch einen weiteren Standort in einem noch nichterschlossenen Neubaugebiet in einer Standortanalyse untersuchen zu lassen. Diese Zeit nutzte die CSU, um ihre Anhänger zu mobilisieren. Der Elternbeirat der Kinderkrippe stellte einen Bürgerantrag mit mehr als 200 Unterschriften mit dem Ziel, den Standort neben der jetzigen Krippe doch wieder aufzugreifen. Die Vorsitzende des Elternbeirats stellte den Antrag auf Rederecht in der Gemeinderatssitzung. Diese Sitzung mit mehr als 50 Gästen fand in der Maingauhalle statt. (Für uns Gemeinderäte erfreulich war, dass nun zahlreiche Gäste unsere Reden zum Haushalt 2018 erleben konnten.) Die Eltern­beiratsvorsitzende hielt nun einen sehr ausführlichen Vortrag. Die Argumente waren uns allerdings weitgehend bekannt, da sie bereits vorher mit allen Fraktionen Gespräche geführt hatte. Ich nannte darauf die Gründe, die nach meiner Meinung gegen den Standort sprachen: die Verkehrssituation, die Größe der neuen Krippe und die fehlende Möglichkeit, für die zweite Krippe evtl. einen neuen Träger zu gewinnen. FW und SPD argumentierten ähnlich und so war die anschließende Abstimmung keine Überraschung: Es blieb beim Standort an der Brentanoschule. Die Journalistin des Main-Echos fertigte einen recht einseitigen Artikel und dazu einen Kommentar, der nach meiner Meinung deutlich zeigte, dass sie von den Hintergründen keine Ahnung hatte. Die Folge war in den nächsten Tagen eine ganze Reihe von Leserbriefen im Main-Echo, die die Fraktionen kritisierten, die diesen Beschluss gefasst hatten. Als ich aber einen Leserbrief ans Main-Echo schickte, wurde mir erklärt, dass man keine Leserbriefe von Mandatsträgern veröffentliche. Ich habe also keine Möglichkeit, gegen die einseitige Berichterstattung irgendetwas zu unternehmen.


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